Studierendenkonferenz als einmalige Erfahrung – Ein Bericht von Theresa Teeke und Moritz Müller
Im vergangenen Jahr jährte sich das Attentat des 20. Juli 1944 zum achtzigsten Mal. Anlässlich dieses Gedenktages wurde in Kooperation zwischen drei deutschen und einer französischen Universität die Studierendenkonferenz „Der 20. Juli 1944 – Junge Perspektiven auf den Widerstand gegen den Nationalsozialismus“ am 22. und 23. Mai 2025 in Mainz organisiert. Dafür durften wir als Bonner Studierende einen eigenen Vortrag konzipieren. Das im vorherigen Wintersemester stattgefundene Proseminar zu Frauen im Widerstand unter der Leitung von Julia Gehrke diente uns hierbei als Ausgangslage für unser Panel. Zu diesem Oberthema konnten wir selbstständig recherchieren und eigene Schwerpunkte setzen. Wir entschieden uns, den Weg der Frauen nach dem Zweiten Weltkrieg zu beleuchten. Dazu zählt die rechtliche Anerkennung des Widerstands (ihrer Männer), sowie eigene wegweisende Tätigkeiten, die zur Erinnerung an den 20. Juli beitragen sollten. Zu nennen sind hier besonders Käthe Kern, die dem gewerkschaftlichen Widerstand um Wilhelm Leuschner angehörte, sowie Marion Gräfin Dönhoff, die spätere Herausgeberin der Zeit. Beide erinnerten vor allem auf publizistischer Ebene. Daneben untersuchten wir die Rezeption des Widerstands in der Nachkriegszeit – auch hier lag der Fokus auf dem Engagement der Frauen zugunsten einer positiven Wahrnehmung – und die daraus resultierenden Konsequenzen für die Überlebenden, um die Veränderungen der öffentlichen Meinungen zum Widerstand offenzulegen. In Kombination mit dem zweiten Vortrag unseres Panels über die Perspektive und Handeln der Frauen selbst im Umfeld des 20. Juli konnten wir somit die Bandbreite des weiblichen Widerstands darstellen und dessen Ausprägungen diskutieren. Für uns war es eine einmalige Erfahrung, nach so intensiver Vorbereitung unseren Vortrag vor weiteren interessierten Studierenden halten zu dürfen und Einblicke in weitere Themenaspekte des Widerstands zu erhalten. Die Universität Mainz widmete sich den christlichen Kirchen und dem 20. Juli 1944, die Universität Potsdam dem Auswärtigen Amt und dem 20. Juli 1944, sowie die Université Dijon dem 20. Juli 1944 in Frankreich. Mit dieser breiten Themenauswahl konnten diverse Aspekte des Widerstands berücksichtigt werden.
Hans-Manfred Rahtgens hat nach über 15 Jahren seinen Vorstandsposten beim Dorothee-Fliess-Fonds (DFF) zum 1. Januar 2024 an Fritz Delp übergeben.
Im Rahmen der Mitgliederversammlung auf der Königswinterer Tagung ehrt Friedrich von Jagow ihn für sein jahrelanges leidenschaftliches und erfolgreiches Engagement beim DFF.
Auch im Namen aller Stipendiaten bedanken wir uns und wünschen ihm alles Gute!
Die Forschungsgemeinschaft 20. Juli 1944 e.V. vergibt erneut ein Promotionsstipendium über 1.300 EUR im Monat aus Mitteln der Stiftung Dorothee-Fliess-Fonds.
Dieses Stipendium soll junge Forscherinnen und Forscher ermuntern, sich im Sinne von Dorothee Fliess mit Themen des Widerstandes gegen das „Dritte Reich“ zu beschäftigen.
Am 2. Dezember 2023 ist der Ehrenvorsitzende der Forschungsgemeinschaft und des Kuratoriums der Stiftung 20. Juli 1944, Dr. Rüdiger von Voß, im Alter von 84 Jahren friedlich eingeschlafen.
Rüdiger von Voß war seit der Gründung der Forschungsgemeinschaft 1973 über zwei Jahrzehnte ihr Vorsitzender. Ohne sein stetiges Wirken und Engagement würde es die Forschungsgemeinschaft heute nicht geben. Unermüdlich hat er sich bis zuletzt für die Bewahrung des Vermächtnisses des Widerstandes gegen den Nationalsozialismus eingesetzt. In zahlreichen Vorträgen und Büchern hat Rüdiger von Voß die Bedeutung des Widerstandes wachgehalten und neue Wege bei der Vermittlung der Rezeption vorangetrieben.
Bei seinem Vortrag auf der XXXV. Königswinterer Tagung anlässlich des fünfzigjährigen Bestehens der Forschungsgemeinschaft im Februar dieses Jahres hat er uns die folgenden Worte mit auf den Weg gegeben.
„Die Geschichte unserer Organisationen gibt uns neuen Mut. Das Vermächtnis und der hieraus abzuleitende Auftrag bleiben eine Verpflichtung, nach vorne zu schauen und die Zukunft zu gestalten. Ich bin voller Hoffnung, dass dies gelingt!„
Wir sind Rüdiger von Voß zu großem Dank verpflichtet. Er wird uns sehr fehlen.
Studierende aufgepasst: Die Forschungsgemeinschaft 20. Juli 1944 e.V. vergibt aus Mitteln der Treuhandstiftung „Dorothee-Fliess-Fonds“ jetzt auch Prämien für Masterarbeiten. Der auf 500 Euro dotierte „Dorothee-Fliess-Preis für Widerstandsforschung“ soll junge Forscherinnen und Forscher ermuntern, sich mit Themen des Widerstandes gegen das „Dritte Reich“ zu beschäftigen.
Bewerben können sich Absolventen von Masterstudiengängen nach Abschluss ihres Verfahrens und Beurkundung entweder selbst oder sie können vom jeweiligen Erst- oder Zweitprüfer oder von der jeweiligen Erst- bzw. Zweitprüferin vorgeschlagen werden. Voraussetzung für die Bewerbung ist die Bewertung der Arbeit mit der Note „voll gut“ (1,7) oder besser.
“I would like the fund to be used primarily for young people for example Phd Students to enable them to continue with research about the german resistance and the man who saved my parents and my sister during Hitlers rule in Germany.”
Prof. Dr. Beate Hermelin, Schwester von Dorothee Fliess
Ausschreibungsbedingungen
Die Auswahl unter den überdurchschnittlich gut qualifizierten Bewerberinnen und Bewerbern trifft unter Ausschluss des Rechtsweges der Stiftungsrat der Treuhandstiftung „Dorothee-Fliess-Fonds“. Das Stipendium für Promotionen beläuft sich auf EUR 1.000 im Monat und wird zunächst für die Dauer von zwei Jahren gezahlt; es besteht nach entsprechender Leistungskontrolle die Möglichkeit zur Verlängerung um maximal ein weiteres Jahr. Die Prämie für Masterarbeiten beträgt einmalig 500 Euro. Ein Rechtsanspruch auf Verlängerung der Förderungsdauer besteht nicht.